Religiöse Horizonterweiterung – Religion nach den Religionen?

Die Internationale Theologische Kommission der Vereinigung der 3. Welt Theologen EATWOT hat angesichts der rasanten weltweiten gesellschaftlichen Veränderungen neu über die Funktion von Religion und Religionen nachgedacht. Religionen in unserem heutigen Sinne sind erst in der Steinzeit entstanden und haben über die Jahrtausende bestimmte Ritualformen und Glaubensansprüche entwickelt. Sie sind damit zeitbedingte Ausdrucksformen von Spiritualität im Kontext der Fragen nach den Grundfragen des Lebens. Woher komme ich? Wohin gehe ich?
Angesichts weltweiter Paradigmenwechsel, die immer wieder stattfanden und seit der sog. Achsenzeit besonders auffällig sind, muss man heute fragen, ob nicht das Ende dieser “religionalen” Religionen gekommen ist. EATWOT plädiert darum in einem Memorandum für eine Post-Religionale Spiritualität.
Der bisherige Dialog der Religonen würde von daher auch eine neue Qualität bekommen.  Ein brisanter Aufruf und eine Herausforderung an alle traditionellen Religionen! Der Text ist in Englisch und Spanisch verfasst.

Die Theologische Kommission von EATWOT gibt auch eine Internet-Zeitschrift herausVOICES  in Nr. 1 (2012) stellt eine breit gefächert Diskussion zu den Möglichkeiten  eines “Post-Religionalen-Paradigmas” vor.

 

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Was hat eine Mühle mit Europa zu tun?

Der eine oder die andere wird sich noch an den Geschichtsunterricht erinnern: Da war doch etwas mit der “Kanonade von Valmy”? War  nicht auch Goethe dort? Wer heute in die Region zwischen Maas und Marne fährt, wird unwiderbringlich an furchtbare Kriege erinnert – Kreuze für sinnlos aus Machtinteressen Gestorbene. Die genannte Kanonade von Valmy am 20. September 1792, also vor 220 Jahren, hat aber für Europa noch eine besondere Bedeutung: Es war der Kampf der Republik gegen feudalistische Herrscher. Die preußisch-österreichische Koalition, die den französischen König Ludwig XVI. retten wollte, verlor gegen das schlecht ausgerüstete französische Revolutionsheer. Obwohl Goethe von diesem Kriegszug nicht begeistert war, stand er faktisch auf der falschen Seite. Er begleitete nämlich seinen Weimarer Herzog zur Schlacht. Noch am Abend soll er zu einigen Offizieren gesagt haben: „Von hier und heute geht eine neue Epoche der Weltgeschichte aus, und ihr könnt sagen, ihr seid dabei gewesen.“ Der erst kürzlich in den Adelsstand erhobene Dichter hatte bereits die Vision eines freiheitlichen Europas.

So ist eine schlichte Windmühle zum Drehkreuz der Geschichte gegen den Feudalismus und für die Republik mit den Werten von
Gleichheit, Freiheit, Brüderlichkeit
/Schwesterlichkeit geworden.

Nicht weit entfernt, ging es übrigens schon einmal um Europa, nämlich bei der Schlacht auf den Katalaunischen Feldern im Jahre 451, als ein römisch-westgotisches Heer die Hunnen zurückschlug. Die Stadt Chalons en Champagne erinnert mit ihrem Namen noch an diese Zeit.

 

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Holi – Vasant Pajami – Frühlingsfeste im Hinduismus

Während sich in Deutschland die winterlichen Temperaturen gerade verabschieden, wird in Indien bereits der Frühling voll gefeiert, und zwar in vielfältiger Weise mit den Symbolen von Licht und Farbe während. Die Farben spritzt und sprüht man sich an. Hintergrund sind hier auch die
Kindheits- Jugendgeschichten des Gottes Krishna.
Holi kann bis zu 10 Tagen gefeiert werden, überwiegend in Nordindien. Und wie bei allen indischen Festen üblich sind Tempelgottesdienst und Prozessionen, die Tausende auf die Straßen bringen, an der Tagesordnung.
Holi beginnt am Vollmondtag, dem 8. März 2012
Mehr zu Holi bei rpi-virtuell

Holi ist von seiner Typik mit anderen Frühlingsfesten Indiens verwandt wie das Saraswati Puja oder Vasant Panjami. Dieses Fest ist mehr im Osten Indiens zu Hause und wird schon im Januar/Februar gefeiert. Hier steht die Göttin Saraswati im Mittelpunkt. Sie verkörpert Weisheit und Wissen bringt aus dem Wasser neue Lebenskraft hervor.

Zur Orientierung: Schaubild wichtiger Götter und Göttinnen im Hinduismus

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Neues zu Migration und Bevölkerung (Februar 2012): Glaubwürdigkeit in der Integrationspolitik?

Wichtige interkulturelle Informationen bietet das   Netzwerk Migration in Europa
— besonders mit seinen aktuellen monatlichen Berichten und Nachrichten:
Newsletter MuB Nr. 02 (Februar 2012)

TITELSTORY März:
Die Integrationspolitik soll in Deutschland verbindlicher werden. In Konsequenz des 5. Integrationsgipfels der Bundesregierung  sollen mit der Hilfe eines „Nationalen Aktionsplaesn Integration“ die Chancen auf gleiche Teilhabe der Migranten erhöht werden. Die einzelnen Maßnahmen sind erstmals mit Instrumenten versehen, die ihren Erfolg messen sollen. Oppositionsparteien
und zivilgesellschaftliche Organisationen kritisieren, dass wichtige Integrationshürden im Aktionsplan nicht berücksichtigt werden.

WEITERES:
- Vorurteilsbesetzt und selten sachlich: Diskussion um Scharia
- Flüchtlingsdramen im Mittelemeer: Mehr Todesfälle
- Russland: Migrationsdebatte im Wahlkampf
- Weitere Meldung zu Deutschland, Europa und weltweit
- Literatur und Veranstaltungen

Noch mehr in der Internetausgabe (www.migration-info.de)
und in der HTML-Fassung:
- Deutschland: Die Bedeutung von Migranten in der Wirtschaft
- Anlass zur Beunruhigung? Weniger Migrantenkinder im Kindergarten
- Kanada: Diskussion um regionale Einwanderungsprogramme

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Aung San Suu Kyi und Burma – ein Land mit Hoffnung

In den letzten Monaten hat sich in Burma erstaunlich viel geändert. Nach der Aufhebung des über 15jährigen Hausarrests 2011 für die burmesische Oppositionspolitikerin und Friedensnobelpreisträgerin  Aung San Suu Kyi nutzt sie die wiedererlangte Freiheit, um mehr Demokratie, Menschlichkeit  und Freiheit in ihrem Land zu erreichen.  Mit ihrer Partei der “National League for Democracy” (zugleich ihre eigene Webseite) arbeitet sie für ein freiheitliches, demokratisches Burma. Aun San Suu Kyi ist ein beeindruckendes Vorbild, wie aus der achtsamen Kraft der buddhistischer Religion sich soziale Gerechtigkeit und gesellschaftlicher Frieden entwickeln kann.

RÜCKBLICKE

 

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Islamische Theologie an deutschen Universitäten

Die inzwischen eingerichteten Lehrstühle zur islamischen Lehrerausbildung an deutschen Universitäten sind ein wichtiger Schritt nach vorn. Darauf macht der Rechtswissenschaftler Mathias Rohe von der Universität Erlangen aufmerksam.
Mehr dazu in Qantara.de (27.10.2011).
Rohe ist darüberhinaus ein vorzüglicher Kenner auch der islamischen Rechtstraditionen und der Bedeutung der Scharia als Rahmen der Lebensgestaltung im Blick auf islamische Rechtsetzungen.
Zu den vielfältigen Interpretationsmöglichkeiten der Scharia hat er sich präzise und leicht verständlich geäußert: Mehr in Qantara.de vom 02.1.2011

Inzwischen hat sich bis zu politischen Entscheidungsträgern die Erkenntnis durchgesetzt,
dass es für den Islam als Teil Deutschlands unabdingbar ist, dass die gleichen
wissenschaftlichen Standards der Lehrerausbildung auch für den Islamischen
Religionsunterricht wirksam sein müssen
.
Darüberhinaus geht es jedoch auch um die Notwendigkeit einer qualitativen Vergleichbarkeit von Imam- und Pfarrerausbildung.
Allerdings wird es (vorerst?) keine Ausbildung von Imamen an deutschen Universitäten geben, auch nicht in Tübingen (s.u.). Die Imamausbildung sei, so meinen islamische und christliche Islamwissenschaftler Aufgabe der Moscheevereine, deren größter und einflussreichster die  Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion (DITIB) ist. Vgl. dazu Bericht aus der Berliner Zeitung vom 25.11.11.

An den Universitätsstandorten für Islamische Religionslehrerausbildung geht es um die wissenschaftliche Vergleichbarkeit mit den anderen universitären Disziplinen. Mit einem Graduiertenkolleg versucht man, zusätzlich diesen neuen wissenschaftlichen Aufbruch zu betonen und so auch den interkulturellen Dialog zu erleichtern.
Vgl. dazu den Beitrag aus Qantara.de vom 25.11.11.

Eine Besonderheit bilden die Aleviten, die nichteinafch zum Islam dazugehörig angeshen werden können. Da der Alevismus als eigenständige Bekenntnisgemeinschaft geführt wird, gibt es nun in Nordrhein-Westfalen auch dafür einen regulären
Alevitischen Religionsunterricht:
Bericht vom 14.02.2011 im Kölner Stadtanzeiger

Stand der Forschungs- und Ausbildungssituation zur
Islamischen Theologie im Februar 2012

Bundespolitisch sieht die Situation allerdings nicht eindeutig aus. Das zeigt die zweite Runde der deutschen Islamkonferenz (Übersicht in Google-News),
die Bundesinnenminister de Maizière nun begonnen hat und erfolgreiche Ziele der Integration erreichen soll.

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Weltgebetstag der Frauen – Im Fokus: Malaysia

Jedes Jahr wird der Weltgebetstag von Frauen aus einem anderen Land vorbereitet. 2012 ist es Malaysia, ein islamisch geprägtes Land in Südostasien mit Minderheiten aller großen Religionen: Hindus, Buddhisten, Konfuzianer, Christen. Zugleich ist Malaysia durch einen ungeheueren wirtschaftlichen Aufschwung geprägt, der allerdings noch nicht alle Bevölkerungsschichten erreicht hat.
Die Religionspolitik des eher autokratisch regierten Landes ist offiziell von Toleranz und Religionsfreiheit für alle Glaubenstraditionen geprägt. Dennoch gibt es immer wieder Diskriminierungen und gewaltsame Angriffe auf religiöse Minoritäten sowie auf Kirchen und Tempel. Auch kritische Äußerungen von Muslimen zu ihrem eigenen Glauben sind ein Problem.

So lohnt es sehr, sich auf  die Gebete und Informationen einzulassen, die
Christinnen  aus Malaysia für den Weltgebetstag der Frauen am 2. März 2012 vorbereitet haben. Das Thema lautet: “Steht auf für Gerechtigkeit”

Vgl.: Religiöse Spannungen in Malaysia (Tagebuch, 12.01.2010)

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Muslime und Christen in Nigeria versuchen gemeinsam, die Gewalt einzudämmen

Angesichts der gefährlichen Spannungen zwischen dem islamischen Norden und dem christlichen Süden des Landes versuchen Christen und Muslime durch intensive Versöhnungsgespräche den Konflikt zu entschärfen. Gerade viele Muslime wehren sich gegen die brutale Gewalt einiger islamistischer Gruppen.
Ausführliche Berichte im
Newsletter des Weltparlaments der Religionen (CPWR) vom 7. Februar 2012 (in Englisch)

Der Koordinationsrat der Muslime in Deutschland (KRM) hatte sich nach den ersten Massakern an Christen mit aller Schärfe gegen die islamistischen Terrorgruppen gewandt. — Stellungnahme hier
Dem KRM gehören alle großen islamischen Verbände in Deutschland an. Ihr Sprecher, der Theologe und Imam, Bekir Alboga, zugleich Beauftragter für interreligiösen Dialog bei der DITIB, der Türkisch-Islamischen Union der Anstalt für Religion, betonte besonders, dass der Koran ausrücklich verbiete und als Sünde brandmarke, unschuldige Zivilisten zu töten.

Die religiös aufgeheizten Spannungen zwischen dem muslimischen Norden und dem christlichen Süden des Landes haben ihre Ursache hauptsächlich in der großen Armut und der Zukunftslosigkeit vieler junger Menschen. Dies ist umso schlimmer, als Nigeria durch das Erdöl eigentlich ein reiches Land sein könnte, aber die Ölgelder entweder den großen westlichen Ölgesellschaften bzw. einer kleinen korrupten Elite zufließen. Aus dieser Konflikt geladenen Gemengelage meinen besonders radikale, fundamentalistische gewalttätige Gruppen wie Boko Haram (vgl. Bericht der BBC) Vorteile zu ziehen und den Staat insgesamt zu erschüttern, um auf diese Weise Möglichkeiten für einen antiwestlichen islamischen Terrorstaat vorzubereiten.  Es sei jedoch nicht verschwiegen, dass diese Gruppen in der muslimischen Bevölkerung Nigerias bisher kaum Rückhalt haben.

Der nigerianische Menschenrechtler Dr. Emmanuel Franklyne Ogbunwezeh sieht in der gesellschaftlichen Zerrisssenheit und in der Armut die Ursachen für die jüngsten Terroranschläge in Nigeria.
— Mehr in der Deutschen Welle (DW-World vom 29.12.2011)

— Der Generalvikar der Diözese Enugu, Nigeria, Prof. Obiora Ike (im Jahre 2002 selbst knapp einem Mordanschlag entkommen), hat INTR°A einen kleinen Einblick in die dramatische Lage freundlicherweise zukommen lassen (30.12.2011):

“Die Sicherheitslage in Nigeria ist ernst. Boko Haram ist wie eine lokale Al Qaida. Sie will einen islamischen Staat ermöglichen. Sie ist fanatisch, respektlos und orientierungslos.
Wir haben in Nigeria seit dem Jahr 2000 über 50000 Menschen durch derartige Aggressionen verloren. Christen sind Opfer diese Gewakttaten. Dialog bleibt der einzige Weg zum Frieden.
So bin ich und unser Team weiterhin bemüht, alles zu tun, dass diese Gewalt nicht weiter eskaliert. Auch ist das Thema Armut gravierend. Daher ist Boko Haram hier direkt tätig, denn die Jugendlichen im Norden sind durchweg Analphabeten.
Ich bin wohlauf, sehr engagiert, ständig in der Front und betend, dass Nigeria den wahren Frieden erfährt.
Alles Gute und Gottes Segen. Obiora.”

Was die Einschätzung der politisch-religiösen Lage betrifft, so hat der
Bericht im INTR°A-Tagebuch vom August 2009
leider nichts von seiner Aktualität verloren.
Eine aktuelle Zusammenstellung zu den Christenverfolgungen mit Hintergrundinformationen zu Nigeria bei: Google-News

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John Hick (20. 01.1922 – 09. 02.2012): Again A Giant Has Fallen

“Fallen Giants” schrieb der bekannte Theologe Leonard Swidler aus Philadelphia, als binnen relativ kurzer Zeit Raimon Panikkar, Nasr Abu Zaid und Mohammed Arkoun verstarben. Nun folgt ihnen der große interreligiöse Vordenker, der Engländer John Hick. Er hat diese Wirklichkeit verlassen und ist von der “reality” zu “the Real” hinübergegangen.
John Hick hat als Theologe und Religionsphilosoph bahnbrechend nicht nur eine “kopernikanische Wende” der Theologie eingeleitet, sondern der prinzipiellen Gleichwertigkeit der Religionen als unterschiedliche Wege zum Heil ein religionspluralistisches Fundament gegeben. John Hick starb recht plötzlich am
9. Februar
in Birmingham, kurz nach seinem 90 Geburtstag.
Der Verfasser des berühmten Buches “Death and Eternal Life” war seit langem auch Mitglied der Interreligiösen Arbeitsstelle (INTR°A). In seiner weisheitlichen Bescheidenheit hielt er trotz seines internationalen Renommees kontinuierlich Kontakt zu INTR°A und stellte immer wieder Materialien aus seinem reichen Schaffen für die Veröffentlichungen in Deutschland zur Verfügung.

Aus dem INTR°A-Gästebuch:

Es gibt eine letzte transzendente Realität, die die Quelle und Grund von allem ist. Diese Realität ist in Beziehung zum menschlichen Leben heilsam.
Die universale Gegenwart dieser Realität wird in menschlicher Begrifflichkeit im Leben der großen spirituellen Führer dieser Welt reflektiert („inkarniert“). Unter diesen haben wir Christen Jesus gefunden – als unsere hauptsächliche Offenbarung, und „the Real“ sowie unseren wesentlichen Führer für das Leben.

Vielen Dank für Eure großzügige Gastfreundschaft.”
John & Hazel Hick, 16. Juni 1994

 

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Religionsunterricht interreligiös – Hamburg als Vorbild?

In Deutschland wird der Religionsunterricht konfessionell erteilt. Ausnahmen bilden die Länder Berlin, Bremen und Hamburg. In fachübergreifenden Projekten gelingen zuweilen interreligiöse Lernerfahrungen. Sie sind aber keienswegs Teil eines multikulturellen Schulalltags.

Während besonders die Kirchen, aber auch die islamischen Orgnisationen für einen konfessionellen Religionsunterricht eintreten, lohnt besonders der Blick auf  Hamburg. Dort man macht man nun vor, wie der Religionsunterricht für alle insgesamt die religiöse Bildung von Schülern stärkt.  Es ist ein von den “Konfessionalisten” nicht gern gesehenes Modell, das aber eine dogmatische Verhärtung des  Religionsunterrichts verhindert. Schade, dass es nicht mehr solcher Mut machender Projekte gibt. Den Kinder und Jugendlichen ist damit mehr geholfen als allgemeine Ethik oder gar das Ausblenden religiöser Erziehung in der Schule.

Einer der Hauptinitiatoren, Prof. Dr. Wolfram Weiße hat bereits  2004 (!) ausführlich die gesellschaftlichen Möglichkeiten eines solchen Religionsunterrichts für alle dargelegt. Im Jahre 2008 erschien dazu eine umfassende Darstellung mit unterschiedlichen Stellungnahmen und Ansichten: Dialogischer Religionsunterricht. Da schauen auch die europäischen Nachbarn gern nach Hamburg.

Wenn also die kirchenoffiziellen Verlautbarungen ablehnend sind und auch die islamischen verbände einen Islamischen Religionsunterricht nun langsam durchsetzen können, so bleibt doch die Frage, ob dies alles angesichts einer multireligiösen Gesellschaft nicht zu kurz gegriffen ist. Brauchen wir nicht in der Schule insgesamt eine interreligiöse Erziehung? Sie müsste um der Bedeutung von Religion willen insgesamt in der Schule beheimatet und dann auch im Religionsunterricht konkretisiert werden.

Es hat interessante Versuche gegeben. Aber selbst in den Niederlanden scheiterte die interreligiöse Juliana-van-Stolberg-Schule in Ede (bei Arnheim).
Informationen in ICT 13 (1995): Inhaltsverzeichnis

Viele LehrerInnen  empfinden einen interreligiösen Religionsunterricht als positive Alternative im herkömmlichen Schulbetrieb. Vgl. dazu die Überlegungen  zu einem Pflichtfach Ethik-Religionskunde von Gerd Laudert

Grundsätzliche Weiterentwicklungen hin zu einem interreligiösen Religionsunterricht bei:
Reinhard Kirste:
Wegmarkierungen für einen interreligiösen Religionsunterricht

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